Hradil Niedrigtemperaturkabel für maritime Anwendungen auf LNG-Tankschiffen

Das Kabel, das aus der Eishölle kommt.
Hradil Spezialkabel, Bietigheim stellt ein flexibles 5.000V Stromversorgungskabel für maritime Niedrigtemperaturanwendungen bis -200°C vor. Typische Anwendungen findet man auf LNG-Tankschiffen. Das Besondere: Statt Kupferlitzen setzt Hradil auf Litzen aus Reinnickel. Unterbrechungen im Betriebsablauf wegen häufiger Kabelausfälle können mit dem neuen Hradil Niedrigtemperaturkabel auf ein Minimum reduziert werden. Das Hradil Niedrigtemperaturkabel kann geliefert werden mit Durchmessern von 6 bis 185 mm2 und auf Wunsch mit UL/CSA Zertifizierung.


HRADIL Hyflex Kabel

Abb. 1: HRADIL Stromversorgungskabel
für maritime Niedrigtemperaturanwendungen bis -200°C

(Bild hochauflösend bitte anklicken)

Autor: Alfred Hradil, Geschäftsführer Hradil Spezialkabel GmbH

Der Erdgasbedarf in Europa wächst stetig. Die europäische Erdgasförderung ist dessen ungeachtet rückläufig, so dass die Nachfrage in erster Linie durch Lieferungen aus dem Ausland vorneweg aus Russland gedeckt wird. Der Anteil russischer Bezugsquellen am deutschen Erdgasverbrauch lag im Jahr 2012 bei 39,3 Prozent bzw. 36 Milliarden Kubikmeter. Der physische Transport von Erdgas erfolgt dabei im Wesentlichen über Pipelines direkt aus Russland.

Alternativen zur Pipeline werden ökonomisch attraktiver

Die wachsende Gasnachfrage und die hohen Gaspreise machen jedoch seit geraumer Zeit alternative – bis dato unwirtschaftliche - Transportmöglichkeiten attraktiv. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Transport von verflüssigtem Erdgas per Tankschiff. Das Erdgas wird hierbei bis auf seinen Siedepunkt bei minus 161,5° C abgekühlt. Bei dieser Temperatur geht das Erdgas in den flüssigen Zustand über und das Volumen schrumpft auf eine Sechshundertstel seines Ausgangsvolumens – und dies bei normalem Umgebungsdruck. Ein Kubikmeter Erdgas ließe sich also im Handgepäck z.B. in einer 1,5-Liter-Thermosflasche transportieren. Das verflüssigte Erdgas LNG (Liquefied Natural Gas) selbst ist eine ungiftige, glasklare und geruchlose Flüssigkeit. Am Bestimmungshafen z.B. in Rotterdam wird es dann nach einer Zwischenlagerung in Coldboxen je nach Bedarf erwärmt und damit in den gasförmigen Zustand zurückversetzt - der Gasleitungstransport per Pipeline ist dann wieder möglich.

Hradil entwickelt einsatzsicheres Kabel für eisige Umgebungen

Um das flüssige Erdgas in die Tanks zu pumpen bzw. wieder herauszupumpen muss eine Pumpe inklusive Kabel zur Stromversorgung in die eisigen Tanks abgesenkt werden. Insbesosdere das Kabel erwies sich hier in der Vergangenheit immer wieder als neuralgische Schwachstelle. Kabelausfälle waren an der Tagesordnung. Einerseits muss das Kabel der enormen Eiseskälte von bis zu bis – 200°C wiederstehen. Zum anderen sind die mechanischen Belastungen nicht zu unterschätzen denn das Kabel muss zusammen mit der Pumpe in die über 40 Meter tiefen Gastanks abgelassen werden. Auch die permanente UV-Einstrahlung und die salzhaltige Luftfeuchtigkeit auf hoher See tun ihr übriges.

HRADIL Hyflex Kabel

Abb. 2: HRADIL flexibles 5.000V Stromversorgungskabel
(Bild hochauflösend bitte anklicken)

 

Die Ingenieure bei Hradil haben darum speziell für diesen maritimen Einsatzzweck ein Spezialkabel mit Stahlarmierung entwickelt. Hradil liefert das Niedrigtemperaturkabel mit Querschnitten von 6 bis 185 mm2. Die Stahlarmierung bietet den überlebenswichtigen Schutz gegenüber den hohen mechanischen Belastungen. Das neue Hradil Niedrigtemperaturkabel kann aufgrund der Armierung nicht mehr im konventionellen Kabel-Extrusionsverfahren gefertigt werden. Hradil Speziallabel hat darum ein besonderes Herstellungsverfahren entwickelt, bei dem PTFE Folien (Polytetrafluorethylen) mehrlagig gewickelt werden. PTFE ist auch bekannt unter dem Handelsnamen Teflon® der Firma DuPont®. Hradil bietet das neue Niedrigtemperaturkabel in individuellen Wunschlängen, komplett konfektioniert und mit zertifizierten Steckern an.

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